Viele Selbstständige kennen dieses Gefühl:
Die Aufträge laufen. Der Umsatz sieht auf dem Papier solide aus. Und trotzdem bleibt am Monatsende kaum etwas übrig. Dieses Gefühl ist keine Einbildung – und es ist auch kein Zeichen dafür, dass du irgendetwas falsch machst.
Das Problem liegt meistens woanders: Viele Selbstständige wissen schlicht nicht, wo ihr Geld tatsächlich bleibt. Und das macht es so schwer, gegenzusteuern.
Vom Umsatz zum Gewinn – und dann?
Im letzten Blogartikel habe ich erklärt, warum Umsatz nicht gleich Einkommen ist – und wie sich daraus dein Gewinn berechnet. Falls du den noch nicht gelesen hast: Er ist ein guter Einstieg in dieses Thema.
Aber auch wenn du deinen Gewinn bereits kennst, ist das erst die halbe Wahrheit. Denn zwischen Gewinn auf dem Papier und dem Geld, das wirklich bei dir landet, stecken noch einige Posten, die viele unterschätzen.
Was vom Gewinn noch abgeht – und warum das so viele überrascht
Der häufigste Denkfehler: Gewinn ist gleich mein Geld. Klingt logisch, stimmt aber nicht ganz.
Von deinem Gewinn gehen noch ab:
- Einkommensteuer
- Krankenversicherung
- Altersvorsorge
- private Lebenshaltungskosten
Erst wenn du all das berücksichtigt hast, siehst du, was dir tatsächlich zur Verfügung steht. Und genau an diesem Punkt beginnt für viele Selbstständige die echte Unsicherheit – nicht weil die Zahlen so schlecht sind, sondern weil sie nie zusammen betrachtet wurden.
Die Frage, die wirklich zählt
Viele Selbstständige starten mit der Frage: „Wie viel Umsatz mache ich?“ Das ist verständlich – diese Zahl ist sichtbar, greifbar, und auf Social Media sowieso allgegenwärtig.
Die Frage, die dir aber wirklich Orientierung gibt, lautet: „Wie viel brauche ich – und was muss mein Business dafür leisten?“
Dein Business muss:
- deine privaten Kosten tragen
- deine betrieblichen Ausgaben decken
- Steuern und Versicherungen einkalkulieren
- und am Ende ein Einkommen ermöglichen, von dem du leben kannst
Das klingt selbstverständlich. Aber ich erlebe regelmäßig, dass diese Fragen nie gemeinsam betrachtet wurden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Nehmen wir eine vereinfachte Rechnung:
Eine Selbstständige berechnet 40 € pro Stunde und plant mit 40 Arbeitsstunden pro Woche – also rund 160 Stunden im Monat.
Doch nicht alle Stunden sind tatsächlich abrechenbar. Zeit für Akquise, Organisation, Buchhaltung und Weiterbildung gehört genauso zum Arbeitsalltag – sie taucht nur auf keiner Rechnung auf.
Rechnen wir realistisch mit 60 % abrechenbarer Zeit, bleiben etwa 96 Stunden.
96 Stunden × 40 € = 3.840 € Umsatz.
Davon gehen noch betriebliche Kosten, Steuern, Krankenversicherung und Rücklagen ab. Am Ende bleibt oft deutlich weniger übrig, als die ursprüngliche Stundenzahl vermuten lässt.
Das ist kein Grund zur Sorge – es ist ein Grund hinzuschauen. Denn wer versteht, wie sein Business wirklich funktioniert, kann gezielt etwas verändern.
Warum diese Rechnung so selten gemacht wird
Es liegt nicht an mangelndem Einsatz. Die meisten Selbstständigen arbeiten hart. Sie kennen ihren Umsatz, ihren Stundenpreis, ihren Kontostand.
Was fehlt, ist der Blick auf das Gesamtbild. Auf die Verbindung zwischen:
- Welches Einkommen brauche ich wirklich – nicht nur für die Miete, sondern für ein Leben, das sich gut anfühlt?
- Welche Kosten hat mein Business tatsächlich?
- Wie viele Stunden kann ich realistisch abrechnen?
- Welcher Umsatz ergibt sich daraus?
Solange diese Fragen nebeneinander stehen statt zusammen betrachtet werden, bleibt das ungute Gefühl am Monatsende – auch wenn die Zahlen gar nicht so schlecht sind.
Deshalb habe ich den Zahlen-Fundament Rechner entwickelt
Aus meiner Arbeit mit Selbstständigen weiß ich: Die Unsicherheit entsteht selten durch zu wenig Umsatz. Sie entsteht durch fehlende Übersicht.
Deshalb habe ich Zahlen-Fundament Rechner entwickelt, der genau diese Fragen Schritt für Schritt durchrechnet – ohne Fachwissen, ohne Tabellenchaos.
Du startest mit deiner Lebensrealität:
- Wie hoch sind deine privaten Ausgaben?
- Welches monatliche Einkommen brauchst du wirklich?
Dann schaust du auf deine Business-Struktur:
- Welche Umsätze planst du?
- Welche Kosten entstehen regelmäßig?
Und im letzten Schritt verbindet das Tool beides miteinander. Du siehst:
- welchen Umsatz dein Business wirklich erreichen muss
- welcher Stundenpreis daraus entsteht
- und ob dein Business, so wie es gerade läuft, dir wirklich das gibt, was du brauchst.
Klarheit verändert, wie du Entscheidungen triffst
Zahlen sind kein Urteil über dich oder dein Business. Sie zeigen dir, wo du stehst – und geben dir die Grundlage, bewusst zu entscheiden.
Vielleicht zeigt dir ein genauer Blick, dass dein Business bereits auf einem soliden Fundament steht. Vielleicht erkennst du, wo du etwas verändern möchtest. Beides ist wertvoll – weil du dann weißt, woran du bist.
Denn der Unterschied zwischen Unsicherheit und Souveränität liegt oft nicht im Umsatz – sondern im Verständnis der eigenen Zahlen.
Wenn du dein Business einmal realistisch durchrechnen möchtest
Dann findest du hier meinen Zahlen-Fundament Rechner:
https://mareike-kuschel.tentary.com/p/drjdfp
Es führt dich Schritt für Schritt durch deine Zahlen – von deinen privaten Kosten bis zu dem Umsatz, den du wirklich brauchst.
Zum Abschluss
Wenn dich dieses Thema gerade beschäftigt oder verunsichert: Das ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass du anfängst, deinem Business wirklich auf den Grund zu gehen.
Und wenn du dabei Unterstützung möchtest – jemanden, der die Zahlen nicht nur erklärt, sondern mit dir gemeinsam einordnet – dann bin ich gerne für dich da.